MEDIENINFORMATION DES
SOUVERÄNEN MALTESER-RITTER-ORDENS
12. DEZEMBER 2025
Sollst du dir ein Bild machen?
Künstlerhaus-Ausstellung: Über die Grenzen künstlerischer Freiheit

Wien, 12. Dezember 2025 – Wenn wir uns über eine Situation „ein Bild machen“ sollen bedeutet das, zu einer objektiven Einschätzung zu kommen. Die aktuelle Ausstellung im Künstlerhaus mit dem Titel „Du sollst dir ein Bild machen“ thematisiert christlich-religiöse Symbole. Damit setzt der Titel einen provokanten Gegenpunkt zu einem der 10 Gebote: „Du sollst dir kein Bild machen von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.“ (Exodos 20, 4) Im Lichte der gezeigten Exponate muss in einer freien Gesellschaft die Diskussion erlaubt sein, wie weit die Freiheit der Kunst gehen darf, wenn die Gefühle religiöser Menschen verletzt werden.
Das vierte der 10 Gebote „Du sollst dir kein Gottesbild machen“, das von Juden und Muslimen beachtet wird, wurde von Christen anders interpretiert – wenn auch nicht unumstritten. Da gemäß des christlichen Glaubens Jesus Christus als Sohn Gottes in Menschengestalt unter uns Menschen gelebt hat, hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass Christen Bilder des Sohnes Gottes anfertigen und verwenden dürfen. Diese Darstellungen sollen die Verehrung erleichtern.
Die in der Künstlerhaus-Ausstellung gezeigten Werke, die auf diesen religiösen Darstellungen basieren, provozieren teilweise gezielt durch obszöne Anspielungen und Fetisch. Im Gegensatz dazu ist dem Begleitheft zur Ausstellung zu entnehmen, dass die Ausstellung „nicht für vordergründige Provokation“ stehe, sondern für eine „liebevolle“ und „humorvolle“ Annäherung an die christliche Ikonografie. Dazu der Großprior des Malteserordens, Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn: „So sehr ich das Motto der Wiener Secession ‚Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre Freiheit‘ respektiere, muss man anerkennen, dass es hier auf Erden keine grenzenlose Freiheit gibt. Sie endet immer dort, wo ein Mitmensch gekränkt oder verletzt wird. Das entsprechende christliche Gebot ist vielen bekannt: ‚Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu.‘ (Tobit 4, 15) In diesem Sinne überschreiten die verunglimpfenden Darstellungen religiöser Symbole, die Millionen Menschen in Österreich heilig sind, die Grenzen des Zulässigen deutlich. Aus unserem Glaubensverständnis müssen Darstellungen Jesu Christi, des Sohnes Gottes, der gebotenen Würde gerecht werden.“ Im Hinblick auf die gesellschaftspolitische Relevanz von Provokationen, wie sie durch die Künstlerhaus-Ausstellung erfolgt, ergänzt der Großprior: „Gerade in Zeiten wie diesen, in denen der globale Friede gefährdet ist und die Angriffe auf Christen und Gotteshäuser stark zunehmen, wäre es angebracht, die Toleranz und den guten Willen großer Bevölkerungsgruppen nicht über Gebühr zu strapazieren.“
In jüngerer Vergangenheit sind zahlreiche Verfehlungen von Amtsträgern der Kirche aufgedeckt worden. „Ohne jeglichen Zweifel müssen sich die Täter wie auch die Vertuscher sachlicher, öffentlicher Kritik stellen und sie müssen mit allen Mitteln des Rechtsstaates zur Verantwortung gezogen werden“, ist Großprior Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn überzeugt. „Das darf aber nicht dazu führen, dass man zu religiösen Grenzüberschreitungen, die Christen betreffen, nicht mehr Stellung nimmt. Eine freie Gesellschaft muss Kritik in beide Richtungen aushalten – Kritik darf keine Einbahnstraße sein.“
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- Jochen Ressel | Leiter Kommunikation & Fundraising
Souveräner Malteser-Ritter-Orden – Großpriorat von Österreich und Pressesprecher der Botschaft des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens bei der Republik Österreich
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