Johann von Österreich

Erzherzog-Johann-Denkmal in Mariazell

… umgangssprachlich als „Erzherzog Johann“ bekannt,

ist die Identifikationsfigur der Aufklärung in der Steiermark, der die Tradition mit der Moderne verbindet. Das zeigt sich darin, dass er als einer der ersten Menschen seiner Zeit und als Angehöriger des Hochadels – er war der Sohn Kaiser Leopolds II. und dessen Gattin Maria Ludovica von Spanien und somit ein Enkel von Maria Theresia und Kaiser Franz I. Stephan – die Würde des Menschen als unantastbar erkennt und sie nicht in Abhängigkeit von Stand und Geburt sieht.

Der Brandhof bei Mariazell wird zu einem zentralen Punkt seines Lebens. Er macht daraus ein „Mustergut“, in dem er neueste landwirtschaftliche Methoden umsetzt. Um sein dort erworbenes Wissen zu verbreiten und allen Bauern zugänglich zu machen, gründet er 1819 den Vorgänger der heutigen Landwirtschaftskammer. In der Kapelle des Brandhofs heiratet er am 18. Februar 1829 die bürgerliche Anna Plochl, die spätere Gräfin von Meran, nachdem er aufgrund seines Standes über zehn Jahre auf die Erlaubnis seines Bruders  Kaiser Franz warten musste, um sich öffentlich zu seiner großen Liebe bekennen zu können.

Um den Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, gründet er 1825 die Sparkasse (die heute als Erste Group nach wie vor besteht) und 1837 die erste Versicherungsgesellschaft, die „Wechselseitige Brandschadensversicherungsanstalt“ und spätere Grazer Wechselseitige – die heute als  GRAWE-Gruppe international tätig ist.

Seiner Begeisterung für moderne Technik ist es zu verdanken, dass die Südbahnstrecke durch die Steiermark bis nach Triest führt und nicht durch Westungarn gebaut wurde. Der steirische Teil der Südbahn von Mürzzuschlag bis Graz wurde daher auch Erzherzog-Johann-Bahn genannt.

Die Stahlgewinnung war für ihn von besonderem Interesse. 1822 kaufte er sogar ein eigenes Eisenwerk in Vordernberg, um die Eisengewinnung am Erzberg zu optimieren. Dort gründete er die „Berg- und hüttenmännische Lehranstalt“, die 1849 nach Leoben verlegt wurde. Heute trägt diese den Namen „Montanuniversität Leoben“ und ist als weltweit führende Ausbildungsstätte bekannt.

Er erkundet und erforscht die Steiermark naturwissenschaftlich und begründet damit das „Joanneum“, eine bis heute bestehende landeskundliche Forschungsinstitution.

Johann von Österreich und das Design dieser Webpage

Dieses auf meiner Website verwendete besondere Ornament ist eine Reminiszenz an diesen so volksnahen und gemeinwohlorientierten Habsburger sowie an seine enge Verbindung zu meiner Heimat Mariazell.

Es handelt sich dabei um eine Glasmalerei aus dem Jahr 1828 von Ludwig Schnorr von Carolsfeld, die auf einigen Fenstergläsern des Brandhofs bei Mariazell verwendet wurde.

Dieses Ornament trägt den Namen „Aufgehende Sonne“.

So wie durch Erzherzog Johann die Sonne in so vielen Bereichen für so viele Menschen aufging, indem er mit seinem Lebenswerk Spuren hinterließ wie kaum ein anderer – und all das, mit aufrichtigem und ehrlichem Interesse für die Bedürfnisse der Menschen – so ist es auch mein Bemühen, durch meine Tätigkeitsbereiche als Licht in unserer Welt zu wirken.

Musikalische Querverbindung

Von diesem besonderen Ornament und seiner Bedeutung lässt sich eine musikalische Verbindung herstellen. Zu Lebzeiten Johann’s von Österreich schreibt Felix Mendelsohn-Bartholdy sein Oratorium „Paulus“, das 1836 uraufgeführt wird. Im 15. Satz fordert uns der Komponist – dem biblischen Bericht getreu – auf, der Einladung zu folgen, der auch der frühere Saulus folgte und so zum Paulus wurde: „Mache Dich auf! Werde Licht!“